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Metro Group Statement (German)

June, 19 2009 Share

Die METRO Group setzt sich stark für die Verbesserung von sozialen Standards bei ihren Geschäftspartnern ein. Das strikte Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und jeglicher Form von Ausbeutung ist grundlegender Bestandteil der Einkaufsbedingungen der METRO Group. Vor diesem Hintergrund nahm und nimmt die METRO Group die Mitte Mai erschienenen Medienberichte über den Tod einer 18-jährigen Mitarbeiterin in einem Zulieferbetrieb in Bangladesch sehr ernst. Wir bedauern den Tod der Mitarbeiterin zutiefst.

Es ist uns sehr wichtig, die Hintergründe lückenlos aufzuklären. Wir haben daher bereits wenige Tage nach Erscheinen der Medienberichte entsprechende Teams nach Bangladesch sowie zu unserer zuständigen Einkaufsgesellschaft in Hongkong entsandt. Unter Führung der Konzernrevision haben dabei erfahrene Mitarbeiter der Konzernrevision, der Qualitätssicherung und des Einkaufs sowie externe Prüfer die Vorkommnisse untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen nun vor. Ein zentrales Ergebnis ist, dass der Tod der Mitarbeiterin nicht im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in der Fabrik R.L. Denim stand.

Die Teams vor Ort haben zudem unsere Abläufe und Prozesse im Zusammenhang mit der Auditierung von Lieferanten nach dem System der Business Social Compliance Initiative (BSCI) grundsätzlich beleuchtet. Die Untersuchung hat hierbei ergeben, dass bei rund 100 auditierten Lieferanten im Textilbereich noch kein positives Ergebnis vorliegt und in vielen Fällen nicht fristgerecht nachauditiert wurde. Dies zeigt, dass es sich bei dem aktuellen Vorgang nicht um einen Einzelfall handelt. Dies wird von uns nicht akzeptiert und führt zu entsprechenden Ma߸nahmen. 

Ursache für die Defizite sind interne Fehler in der Informationskette in unserer Einkaufsorganisation: Insbesondere im Bereich von Kontrolle und Dokumentation haben wir Mä
ngel bei unseren Abläufen im Rahmen des Audit-Prozesses festgestellt. Das vorgegebene Procedere wurde zum Teil nicht eingehalten. Der aktuelle Vorfall stellt somit nicht das System von BSCI zur Auditierung von Lieferanten in Frage, sondern unsere Umsetzung.

Wir haben nun ein Maä¸nahmenpaket geschnürt, um für die Zukunft sicherzustellen, dass derartige Fehler nicht mehr passieren können. Gleichzeitig werden die Verantwortlichkeiten von Lieferanten und METRO Group neu definiert:

  • Wir stellen sicher, dass Textil-Lieferanten mit offenem Re-Audit bis Ende des Jahres zu einem Audittermin angemeldet sind und fehlende Audits umgehend — spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten — durchführt werden.
  • Wir haben unsere Abläufe bei Kontrolle und Dokumentation im Rahmen des Audit-Prozesses optimiert. Durch eine systematische IT-Unterstützung soll zudem Transparenz zu jeder Zeit sichergestellt werden. 
  • Der Compliance-Bereich der METRO Group wird künftig in die internen Abläufe im Rahmen der Auditierung von Lieferanten involviert sein. Dies spiegelt das Selbstverständnis der METRO Group wider, Lieferanten in Schwellenländern auf die Einhaltung grundsätzlicher sozialer Standards zu verpflichten.
  • Wir arbeiten gemeinsam mit der BSCI weiter daran, adäquate Prozesse für Erst- und Re-Audits angepasst an die wirtschaftliche Kapazität von Schwellenländern zu erstellen. Wir werden auch künftig an der Weiterentwicklung von BSCI aktiv mitarbeiten und entsprechende Vorschläge einbringen.

Nachdem unsere Untersuchung ergeben hat, dass der Tod der Mitarbeiterin nicht im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in der Fabrik R.L. Denim stand, haben wir Gespräche mit R.L. Denim über die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehung aufgenommen. Eine wesentliche Voraussetzung von Seiten der METRO Group für eine erneute Zusammenarbeit war, dass R.L. Denim die Arbeitsbedingungen signifikant verbessert. Dies ist in der Zwischenzeit geschehen, R.L. Denim hat sich in den kritisierten Punkten des Erst-Audits gerade in der jüngsten Vergangenheit deutlich verbessert und positive Ergebnisse erzielt. Dies ist auch die Sichtweise von unabhängigen, lokalen Organisationen in Bangladesch. Insofern gehen wir davon aus, dass wir in naher Zukunft wieder mit R.L. Denim zusammenarbeiten werden und somit auch die Arbeitsplätze bei R.L. Denim gesichert sind. Die weitere Entwicklung des Lieferanten wird durch die METRO Group begleitet.

Rüdiger Stahlschmidt 
 
METRO AG 
Pressesprecher 
Spokesman

Postfach 23 03 61, 40089 Düsseldorf 
Schlüterstra߸e 1, 40235 Düsseldorf

6/19/2009: Metro's Statement (English) 

6/19/2009: Unprecedented Victory for Workers across the Developing World

R.L. Denim/Metro Report